• Jennifer Ebbinghaus

#WortRegie - Warum Selfpublishing?

Aktualisiert: Juli 24


Die meist gestellte Frage: Warum hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Mit CHASING AFTER war es tatsächlich genau das: Eine bewusste Entscheidung. Noch nie in meinem Leben habe ich ein Exposé verfasst. Bereits im Entstehungsprozess der Reihe habe ich gemerkt, wie tief ich emotional in der Geschichte drin steckte. Jetzt denken sicherlich die meisten: Aber man liebt doch alle seine Geschichten!

Natürlich, doch bei meinem Erstlingswerk musste ich schon früh feststellen, dass ich nicht bereit war Kompromisse zu machen.

Ein Verlag behält sich vor Figuren zu streichen, Namen, Eigenschaften oder gar Handlungsstränge zu ändern, was nichts Schlechtes sein muss, denn im Normalfall geschieht dies zum Wohle der Geschichte. Trotzdem hat man als Nachwuchsautor bei den meisten Verlagen weder Mitspracherecht was das Cover, noch den Klappentext betrifft. Für viele ist das eine Erleichterung. Immerhin kümmern sich Experten darum, die den Markt und die Zielgruppe kennen. Aber genau das war für mich im Bezug auf dieses Projekt unvorstellbar.

Hätte ich mich von einer Figur verabschieden müssen, oder den Prozess der Cover-Entstehung nicht begleiten können, hätte mich das einfach nicht glücklich gemacht. Ich wollte, dass dieses Buch zu 100% mir entspricht. Also habe ich mich bewusst dagegen entschieden, die Geschichte an Verlage zu senden.

Neben der Kompromissbereitschaft die mir fehlte, hatte ich dafür von einer Sache mehr als genug: Neugierde. Ich wollte wissen was dazu gehört ein Buch auf den Markt zu bringen. Welche Steps beachtet werden müssen und wie viele helfende Hände nötig sind.

Vermutlich kam mir meine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau an dieser Stelle zu Gute. Die meisten von uns sind Kontrollfreaks, die das Zepter zu mindestens im Auge behalten müssen, sobald wir es aus der Hand geben. Da das Selfpublishing eine Herausforderung ist, in die man hinein wachsen muss, ist ein gewisser Hang zur Organisation unabdingbar. Es gehört einiges dazu, ein Buch in Eigenregie heraus zu bringen. Vor allem ist es wichtig, die richtigen Dienstleister zu finden, mit denen man sich wohlfühlt. Was das betrifft hatte ich unglaubliches Glück. Alle Menschen, die am Entstehungsprozess beteiligt waren, sind Engel. Auch sie haben dazu beigetragen, dass ich mich immer wieder dafür entscheiden würde, diesen Weg erneut zu gehen.

Der vermutlich am schlimmsten unterschätzter Punkt im Selfpublishing, ist das Thema Marketing. Ohne Verlag im Rücken ist auch das ausnahmslos die Aufgabe des Autoren. An diesem Punkt geht leider den meisten die Puste aus. Immer wieder neue potentielle Leser zu erreichen und sie bei der Stange zu halten ist eine Mammutaufgabe.

- Eine Buchveröffentlichung ist ein Marathon, kein Sprint.

Wer auch in anderen Bereichen, ein kreativer Mensch ist, wer gerne Konzepte entwickelt und Mut hat Dinge auszuprobieren, kann sich auch im Marketing verwirklichen. Dabei gilt die Faustregel: Man lernt nie aus.

Für mich persönlich bietet der Prozess von der Entstehung eines Buches bis zum Vertrieb die perfekte Mischung, in der ich all meine Fähigkeiten einsetzen und ausbauen kann. Ich liebe abwechslungsreiche Arbeit und neue Herausforderungen, genauso wie die Möglichkeit meine Kreativität auf so vielen unterschiedlichen Ebenen auszuleben. Für kreative Workaholics die absolut richtige Wahl.

Bis heute habe ich viel gelernt und noch so mehr dazu zu lernen. Eins ist sicher, das Selfpublishing wird niemals langweilig und die nächste Herausforderung wartet schon hinter der nächsten Ecke.

Trotzdem muss ich abschließend betonen, dass ich es je nach Projekt nicht ausschließen würde, es bei einem Verlag zu versuchen.

Never say never ;)

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